Verändern sich neurologische Störungen bei Jugendlichen weltweit in ihrer Art?
Zwischen 1990 und 2021 hat sich die Belastung durch neurologische Erkrankungen bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen tiefgreifend verändert. Infektionen wie Meningitis, Tollwut oder Tetanus sind dank Impfungen und verbesserten Behandlungsmöglichkeiten stark zurückgegangen. Im Gegensatz dazu nehmen Komplikationen im Zusammenhang mit Frühgeburten, neonatale Enzephalopathien oder Entwicklungsstörungen zu. Diese Erkrankungen, die oft bereits im frühen Kindesalter erworben werden, hinterlassen langfristige Folgen, die sich in der Adoleszenz und im frühen Erwachsenenalter manifestieren.
Kopfschmerzen, insbesondere Migräne und Spannungskopfschmerzen, bleiben im Jahr 2021 die häufigsten Störungen. Ihre Prävalenz ist stabil, doch ihre Auswirkungen auf die Lebensqualität sind beträchtlich. Die Unterschiede zwischen den Geschlechtern sind ausgeprägt: Multiple Sklerose schreitet bei Frauen schneller voran, während alkoholbedingte Störungen bei Männern schneller abnehmen. Regionale Ungleichheiten bestehen ebenfalls fort. Länder mit niedrigem Einkommen verzeichnen weiterhin die meisten Fälle von Infektionskrankheiten, während in reichen Ländern chronische und verhaltensbedingte Störungen zunehmen.
Komplikationen durch Frühgeburten und neonatale Enzephalopathien zählen mittlerweile zu den Hauptursachen für Behinderungen bei Jugendlichen. Diese Erkrankungen, oft auf unzureichende perinatale Versorgung zurückzuführen, führen zu anhaltenden kognitiven und motorischen Schwierigkeiten. Im Gegensatz dazu werden Störungen wie Anorexie oder Bulimie sowie Autismus-Spektrum-Störungen besser diagnostiziert und behandelt, doch ihre Häufigkeit scheint ebenfalls zuzunehmen.
Migräne und Epilepsie stellen eine besondere Herausforderung dar. Obwohl ihre Zahl nicht explodiert ist, erfordert ihre langfristige Behandlung eine strenge medizinische Überwachung und einen gleichberechtigten Zugang zu Behandlungen. Apotheker spielen eine zunehmend wichtige Rolle bei der Begleitung von Patienten, indem sie helfen, Medikamente zu optimieren und die Therapietreue zu verbessern.
Dieser epidemiologische Wandel unterstreicht die Bedeutung der Stärkung von Prävention, Früherkennung und Zugang zu spezialisierter medizinischer Versorgung. Die Gesundheitssysteme müssen sich anpassen, um den spezifischen Bedürfnissen junger Menschen gerecht zu werden, indem sie personalisierte Ansätze integrieren und Fachkräfte in der Behandlung chronischer neurologischer Störungen schulen. Die Herausforderung besteht darin, Behinderungen zu begrenzen und die Selbstständigkeit der betroffenen Jugendlichen zu verbessern, während gleichzeitig die Unterschiede zwischen Regionen und Geschlechtern verringert werden.
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DOI : https://doi.org/10.1007/s11096-026-02104-4
Titre : Global burden shift from infectious to non-communicable neurological disorders in adolescents and young adults (10–24 years): findings from the global burden of disease study 1990–2021
Revue : International Journal of Clinical Pharmacy
Éditeur : Springer Science and Business Media LLC
Auteurs : Tao Gu; Ruiqi Jiang; Yue Tian; Zhigang Zhao; Li Wang; Mingnan Cao